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Ärztliche Versorgung
Patienten der NHS werden bei einem Krankheitsfall zunächst von ihrem zustehenden Hausarzt (General Practitioner-GP) untersucht. Dieser ist durch eine frühzeitige Registrierung festgelegt. Er darf, falls notwendig, den Patienten an einen Spezialisten oder ein Krankenhaus überweisen. Diese Hausärzte arbeiten meist in Gemeinschaftspraxen oder Ärztezentren. Die „Erst-Versorgung“ des Hausarztes wird als „Primary care“, die Leistungen des Krankenhauses als „ Secondary Care“ bezeichnet.
Die Arbeit eines Hausarztes ist die eines Generalisten und umfasst somit eine große Bandbreite an Leistungen. Unterstützt von einem Team aus mehreren Krankenschwestern, Physiotherapeuten und Mitarbeitern anderer gesundheitlicher Berufsgruppen entlasten eben diese seine Arbeit. Da apparative Diagnostik sowie chirurgische Eingriffe mit langen Wartezeiten verbunden sind, ist der Allgemeinarzt zu einer gründlichen und umfassenden Untersuchung verpflichtet. Spezialisten und Fachärzte arbeiten fast ausschließlich im Umfeld eines Krankenhauses oder privater Kliniken. Aus diesen Gründen gilt der zuständige Hausarzt in Großbritannien generell als erster Ansprechpartner in allen gesundheitlichen Anliegen.
Zur Entlastung von Fach- und Hausärzten tragen Krankenschwestern im Vereinigten Königreich eine größere Verantwortung als in Deutschland. Diverse Aufgaben werden an sie delegiert, weshalb kleinere Krankenhäuser auf dem Land und im Umfeld kleinerer Ortschaften und Städte oftmals von Krankenschwestern und Pflegepersonal geleitet werden, und unter der Aufsicht von nur wenigen Ärzten stehen.
Die Versorgung von Medikamenten läuft sowohl über den Arzt persönlich, als auch über Apotheken und Drogerien. Da die Anzahl an rezeptfreien Medikamenten im Großbritannien relativ groß ist, ist es eben diesen Drogerien auch möglich einige Medikamente zur Verfügung zu stellen. Auf Grund der geringen Apothekendichte (im direkten Vergleich zu Deutschland), werden rezeptpflichtige Medikamente oftmals auch direkt vom zuständigen Hausarzt oder Spezialist ausgehändigt. Rezeptgebühren fallen auch in diesem Fall an.
Der Grundgedanke des universellen und umfassenden Gesundheitsdienstes wird in vielerlei Hinsicht beibehalten, da die NHS die medizinischen Bedürfnisse sehr verschiedener Bevölkerungsgruppen trifft und nicht abhängig von Herkunft, Alter oder Einkommen handelt.


